// Ratgeber zur glutenfreien Ernährung mit Pseudogetreide

Pseudogetreide - glutenfreie Alternative zu Weizen & Co.

Pseudogetreide, wie Quinoa, Buchweizen oder Chia haben rein optisch große Ähnlichkeit mit bekannten Getreidesorten. Obwohl sie nicht zur botanischen Gruppe der Süßgräser gehören, lassen sie sich vielfach auf ähnliche Weise einsetzen. Insbesondere im Rahmen einer glutenfreien Ernährung wird ihnen große Bedeutung beigemessen.Eine Produktempfehlung finden Sie am Ende des Dokuments.

Nudeln, Brot, Kuchen – um all diese Leckereien herzustellen, brauchen wir Getreide. Zu den gängigsten Getreidesorten gehören Weizen, Roggen, Hafer und Dinkel. Doch immer mehr Menschen suchen aus den verschiedensten Gründen nach Alternativen zu diesen Getreidesorten. Da lohnt es sich, einen näheren Blick auf das sogenannte Pseudogetreide zu werfen. Denn aus Amaranth, Quinoa & Co. schmecken nicht nur gut, sie haben auch noch einige andere Vorteile. Vor allem für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nach Alternativen suchen, sind diese Pseudogetreide eine echte Alternative. Das Backen und Kochen mit diesen Saaten ist einfach, und gelingt auch Neulingen in diesem Bereich, wenn einige Faktoren beachtet werden.

Was versteht man unter einem Pseudogetreide?

Pflanzen, aus denen Getreide gewonnen wird, wie Weizen und Roggen, gehören in der Regel zur Gattung der Süßgräser. Viele Arten der Süßgräser werden weltweit als Nutzpflanzen eingesetzt. Pseudogetreide hingegen gehört nicht zu den Süßgräsern, und damit nicht zu den echten Getreiden. Zu den Pseudgetreiden zählen vor allem Amaranth, Quinoa und Buchweizen. Es gibt noch weitere Sorten von Pseudogetreide, doch diese Drei gehören zu den Sorten, die am häufigsten in der Produktion von Lebensmitteln genutzt werden. Amaranth und Quinoa gehören zu den weltweit verbreiteten Fuchsschwanzgewächsen, während Buchweizen ein Knöterichgewächs ist.

Wie bei den echten Getreidesorten auch, werden zur Nutzung die Samen verwendet, die man teilweise auch als Nüsschen bezeichnet. Sie sind kleiner als die Körner der echten Getreide, und haben andere Eigenschaften, die sich vor allem bei der Anwendung in der Küche zeigen.

Die Pseudogetreide waren vor allem in der Vergangenheit in verschiedenen Teilen der Welt Bestandteile der traditionelle Ernährung, in einigen sind sie es bis heute. Sie haben einen geringeren Ertrag als die „echten“ Getreidesorten, und werden daher kaum in der industriellen Landwirtschaft eingesetzt. Gerade in den letzten Jahren ist der Boom um Pseudogetreide jedoch stark angestiegen. Dies hat zum Einen mit dem verstärkten Auftreten von Getreide-Unverträglichkeiten zu tun, aber auch mit dem Trend zu alternativen Ernährungsweisen.

Unterschiede zu Getreidesorten

Im Gegensatz zu den echten Getreidesorten unterscheidet sich Pseudogetreide vor allem darin, dass es glutenfrei ist. Als Gluten wird ein Eiweiß bezeichnet, das in vielen echten Getreidesorten enthalten ist. Es wird auch Klebereiweiß genannt, da es durch seine klebrige und bindende Eigenschaft erst die typische Konsistenz von Brot, Gebäck und anderen Produkten aus Getreide ermöglicht. In den Pseudogetreiden Amaranth, Quinoa und Buchweizen ist kein Gluten enthalten, was diese Pflanzen vor allem für Menschen mit einer Unverträglichkeit von Gluten oder einer Glutenallergie, „Zöliakie“, attraktiv macht.

Das Kochen und Backen mit Pseudogetreide gestaltet sich anders als das mit echten Getreidesorten. Wo der Gehalt an Gluten bei Weizen etc. dafür sorgt, dass aus Mehl Backwaren oder Nudeln hergestellt in einer kompakten Konsistenz werden, fehlt dieser Baustein bei den Pseudogetreiden, so dass Mehl nicht einfach nur als Zutat ausgetauscht werden kann. Um den bindenden Effekt zu erzielen, müssen beim Kochen mit Amarant, Quinoa oder Buchweizen andere Inhaltsstoffe eingesetzt werden, die diesen Effekt erfüllen.

Die Pseudogetreidesorten sind Saaten, die in ihrer Konsistenz dem Reis ähneln, wobei Buchweizen eher noch etwas knackiger und körniger beschaffen ist. Auch der Geschmack von Pseudogetreide unterscheidet sich von dem der echten Getreidesorten. Alle drei hier vorgestellten Sorten schmecken leicht nussig, Buchweizen weist dazu einen sehr pikanten Geschmack auf.

Mit Pseudogetreide Brot backen

Gluten sorgt im Mehl dafür, dass Brot und Backwaren zusammenhalten, und der Teig nicht auseinanderfällt. Im Pseudogetreide fehlt nun das Gluten, und es steht die Frage im Raum, wie man ohne Gluten gute Ergebnisse beim Backen erhält. Beim Backen mit Pseudogetreide muss man sich darauf einstellen, zusätzliche bindende Zutaten zu verwenden. Hier können unterschiedliche Lebensmittel zum Einsatz kommen. Eier, Flohsamenschale, Maismehl oder Kartoffelmehl können beispielsweise als Binder verwendet werden. In der Regel wird ein Brot auch nicht komplett aus Mehl von Pseudogetreide gebacken, sondern Amaranth-, Quinoa- oder Buchweizenmehl wird lediglich zugefügt. Für wirklich glutenfreie Varianten kann man das Mehl dann mit einer speziellen glutenfreien Mehlmischung vermengen, um ein Brot mit Pseudogetreide zu erhalten.

Inhaltsstoffe von Pseudogetreide-Sorten

Amaranth, Quinoa und Buchweizen werden auch als Superfood gepriesen. Tatsächlich unterscheiden sie sich in Ihren Inhaltsstoffen von echtem Getreide. Es ist vor allem der Gehalt an Eiweiß, Fettsäuren, und bestimmten Mineralstoffen, die einen Unterschied zwischen echtem Getreide und Pseudogetreide ausmachen. Amaranth & Co. enthalten grundsätzlich mehr Eiweiß. Von den wertvollen Aminosäuren, die in den Saaten enthalten sind, und aus denen die Eiweiße aufgebaut sind, ist es vor allem das Lysin, das als essentielle Aminosäure eine wichtige Rolle bei der Zellteilung, dem Wachstum der Knochen und dem Muskelaufbau spielt. Auch der Gehalt an den wertvollen mehrfach, ungesättigten Fettsäuren ist in Pseudogetreide höher. Mehrfach, ungesättigte Fettsäuren sind vor allem wichtig für den elementaren Zellaufbau.

In Sachen Mineralstoffe können sich die Pseudogetreide ebenfalls sehen lassen. Amaranth und Quinoa enthalten einen hohen Anteil an Magnesium, Eisen, Kalzium, Folsäure und Kalium, der den von Weizen deutlich übersteigt. Auch Buchweizen hat mit seinem Magnesium und Kaliumgehalt einen gesundheitlichen Vorteil gegenüber dem echten Getreide.

Und nicht nur die enthaltenen Inhaltsstoffe, sondern auch die, die nicht enthalten sind, machen den besonderen gesundheitlichen Effekt von Pseudogetreide aus. Neben dem Gluten ist beispielsweise in Amaranth kein Cholesterin enthalten, und Quinoa trägt durch besondere Inhaltsstoffe zur Reduzierung von Cholesterin im Körper bei.

Auch für Menschen mit einer Histaminintoleranz sind Quinoa und Amaranth interessant, denn beide Sorten enthalten kein Histamin.

Für wen ist Pseudogetreide geeignet?

Amarant, Quinoa, Chia, Canihua und Buchweizen sind grundsätzlich für alle Menschen geeignet, die keine Allergie oder Unverträglichkeit auf die Saaten haben. Eine gewisse Bereitschaft, sich auf neue Lebensmittel einzulassen, sollte außerdem vorhanden sein, wenn man plant, die Pseudogetreidesorten in der Küche auszuprobieren. Für alle drei Sorten bieten sich vielfältige Möglichkeiten der Verwendung an, die auch für Kochneulinge gut umzusetzen sind. Die drei Getreidesorten stehen häufig noch eher für extravagante Gerichte, da sie vielen Menschen noch unbekannt in der Verwendung sind. Doch gerade auch Feinschmecker können hier Überraschungen für den Gaumen erleben.

Hauptsächlich werden die Pseudogetreide jedoch von Menschen verwendet, die Unverträglichkeiten gegen echtes Getreide bzw. das darin enthaltene Gluten aufweisen. Denn wenn Nudeln, Brot & Co. plötzlich aus dem Speiseplan wegfallen müssen, dann sind Alternativen gefragt.

Was ist der Unterschied zwischen Amaranth und Quinoa?

Amaranth und Quinoa gehören beide zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Sie unterscheiden sich deutlich in ihrem Aussehen, denn die Saatkörner von Amaranth sind kleiner als die von Quinoa. Geschmacklich ist Amaranth etwas herber als Quinoa.

Unterschiede gibt es auch in Puncto Nährstoffe. Quinoa weist mehr Vitamin B1, Vitamin C und Vitamin E auf, während der an Fetten reichere Amaranth mit deutlich mehr Calcium und Magnesium punkten kann.

Beide Saaten haben einen hohen Sättigungseffekt, der beim Amaranth auf den hohen Anteil an Ballaststoffen zurückzuführen ist, und bei Quinoa auf die komplexen Kohlenhydrate.

Häufige Fragen zu Pseudogetreide

Was ist der Unterschied zwischen Weizen und Buchweizen?

Auf den ersten Blick lässt der Name der beiden Getreidesorten auf eine gewisse Gemeinsamkeit schließen. Doch tatsächlich sind die beiden Pflanzen in Herkunft und in ihren Eigenschaften sehr unterschiedlich. Während Weizen zu den Süßgräsern und somit zu den echten Getreidearten gehört, ist Buchweizen ein Knöterichgewächs, das ursprünglich aus dem asiatischen Raum stammt. Der Geschmack von Buchweizen ist völlig anders als der von Weizen, Er schmeckt nussig-pikant und etwas herb. Der größte Unterschied zwischen den zwei Saaten ist die Tatsache, dass Buchweizen im Gegensatz zu Weizen kein Gluten enthält.

Ist Hirse ein Pseudogetreide?

Es gibt nicht nur Pseudogetreide, die glutenfrei sind. Das beste Beispiel dafür ist die Hirse. Die Pflanze, von der die kleinen, gelben Körner stammen, gehört, wie auch der Weizen, der Hafer, der Roggen und andere Getreide zu den Süßgräsern, und damit zu den echten Getreiden. Trotzdem ist Hirse frei von Gluten und somit perfekt geeignet für alle Menschen, die an einer Unverträglichkeit von Gluten oder Zöliakie leiden. Hirse ist eines der mineralstoffreichsten Getreide, und enthält außerdem wertvolle Antioxidantien. Sie lässt sich in vielfältiger Art und Weise in der Küche verwenden, und überrascht durch ihren milden Geschmack.

Dürfen Babys Pseudogetreidebrei essen?

Da Pseudogetreide viele gesundheitliche Vorteile hat, fragen sich Eltern, ob sie ihren Kindern die gesunden Körnchen als Getreidebrei geben können. Doch die Saaten eignen sich definitiv nicht als Säuglings- bzw. Kleinkindernahrung. Amaranth und Buchweizen enthalten Gerbstoffe, die den Verdauungsapparat belasten, und Quinoa enthält Saponine, die die noch empfindliche Darmschleimhaut angreifen können. Während der ersten zwei Lebensjahre haben also Pseudogetreide in der Ernährung des Kindes nichts zu suchen. Erst ab 2 Jahren können Kinder kleine Mengen an Amaranth, Quinoa oder Buchweizen zu sich nehmen.

Pseudogetreide für den Hund

Die meisten Hundebesitzer wünschen sich für ihren Hund eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Und was für sie selbst gut, ist, kann ja auch für den Hund das Richtige sein. Eignen sich also Pseudogetreide auch für die Ernährung von Hunden ? Diese Frage ist ganz klar mit Ja zu beantworten. Amaranth & Co. bieten auch bei Hunden eine gute Alternative zu Weizen, der in vielen Hundefuttersorten verarbeitet wird. Auch Hunden können unter einer Glutenunverträglichkeit leiden, und brauchen dann glutenfreie Futterkomponenten. Das können Quinoa, Amaranth oder auch Buchweizen sein, die teilweise auch schon in Hundefertigfutter verwendet werden. Allerdings muss hier beachtet werden, dass Quinoa Saponine enthält, die zu Darmentzündungen führen können. Um zu verhindern, dass diese Stoffe vom Hund aufgenommen werden, muss der Quinoa vor dem Kochen mehrmals gut gewaschen werden.

Wie soll man Pseudogetreide lagern?

Pseudogetreide wird in der Regel nicht lose, sondern in Kunststoffverpackungen verkauft. Allerdings sollten die Samen, egal ob in gepuffter oder gemahlener Form, und andere aus ihnen hergestellte Nahrungsmittel nicht in dieser Verpackung belassen werden. Die bessere Alternative ist ein Schraubglas. Diese Art der Verpackung hat sich in Jahrzehnten bewährt und beitet einen wirksamen Schutz gegen Feuchtigkeit und Schädlinge. Kühl und trocken gelagert, sind Quinoa und Co. über viele Monate haltbar.

Pseudogetreide Sorten

Amaranth

Amaranth

Amaranth

Die Mayas und Inkas wussten, dass es sich bei Amaranth um ein gesundes und außergewöhnliches Nahrungsmittel handelt, wenngleich ihnen der Begriff Superfood natürlich vollkommen fremd war. Amaranth wurde als "Huautli" oder "Kiwicha" bezeichnet. Lange war das Pseudogetreide in Vergessenheit geraten - doch seit den 1980ern wird es in Bio-Qualität in Mitteleuropa angebaut. Heute gelten die kleinen Samenkörner, die eine Ähnlichkeit mit Senfkörnern haben, als gut verträgliche Alternative zu glutenhaltigem Getreide und die gesunden Inhaltsstoffe machen Amaranth immer beliebter.

Buchweizen

Buchweizen

Buchweizen

Buchweizen gilt heute schon als Superfood. In jedem Fall bereichert Buchweizen die gesunde Küche, weil er viele Enzyme, Vitalstoffe, hochwertige Mineralien und leicht verdauliche Proteine enthält. Unter anderem lassen sich die geschmackvollen Keimlinge für Suppen, Müsli und Salate verwenden. Ebenso sind sie ein basischer Snack für den kleinen Hunger.

Canihua

canihua

Canihua

Canihua stammt aus den Anden und ist mit der Quinoa-Pflanze verwandt. Beides sind glutenfreie, sehr nährstoffreiche Pseudogetreide. Aufgrund der Inhaltsstoffe ist Canihua sehr beliebt, wenngleich sicherlich auch der leckere, nussigen Geschmack ausschlaggebend ist. Egal ob als Beilage, Pops oder Zutat für Brot, Kuchen oder Pudding - Canihua ist extrem vielseitig.

Chia

Chia

Chia

Die mexikanische Chia war schon den alten Maya bekannt. Sie nutzten Chia-Samen als Grundnahrungsmittel und Heilpflanze. Mittlerweile kennt man das Superfood auch in Europa, es weist bemerkenswerte Inhaltsstoffe und Eigenschaften auf, die einen wahren Chia-Boom ausgelöst haben. Der Gehalt an Calcium, Eisen, Omega-3-Fettsäuren und löslichen Ballaststoffen ist ausgesprochen hoch, wodurch sich Chia für eine ausgewogene und gesunde Ernährung anbietet.

Quinoa

Quinoa

Quinoa

Das südamerikanische Pseudogetreide Quinoa zählt zu den besten pflanzlichen Eiweißquellen, die zurzeit erhältlich sind. Besonders bemerkenswert: In Quinoa sind viele essenzielle Aminosäuren enthalten. Ein Umstand, der für pflanzliche Lebensmittel eher ungewöhnlich ist.

Die Mineralien in Quinoa übertreffen zudem die in üblichen Getreidesorten enthaltene Menge um ein Mehrfaches. Darüber hinaus ist das Inka-Korn glutenfrei. Es kommt daher Menschen mit Zöliakie oder auch einer Candida-Infektion zugute.

Hinweis: Die in diesem Dokument enthaltenen Angaben dienen lediglich der allgemeinen Information und können eine ärztliche Beratung oder die Behandlung durch entsprechend ausgebildete Ärzte nicht ersetzen.


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