// Ratgeber zur glutenfreien Ernährung mit Pseudogetreide

Quinoa: Das Grundnahrungsmittel der Inkas

Quinoa im Detail

Das südamerikanische Pseudogetreide Quinoa zählt zu den besten pflanzlichen Eiweißquellen und enthält essenziellen Aminosäuren. Das ist für pflanzliche Lebensmittel sehr ungewöhnlich. Die Mineralien in Quinoa übertreffen die in üblichen Getreidesorten um ein Mehrfaches. Darüber hinaus ist das Inka-Korn glutenfrei. Es kommt daher Menschen mit Zöliakie oder auch einer Candida-Infektion zugute.Eine Produktempfehlung finden Sie am Ende des Dokuments.

Herkunft von Quinoa

Quinoa Herkunft und Verbreitung

Ursprung und Verbreitung von Quinoa
(Qhx, CC BY-SA 3.0, Wikimedia)

Dass die Ernährung mit der Pflanze ausdauernd und widerstandsfähig macht, haben die Inkas schon vor rund 5.000 Jahren erkannt.

Seither wird Qui­noa in den Gebieten der heutigen Staaten Ecua­dor, Kolumbien, Bolivien und Peru angebaut. Die An­den­völ­ker nutzten die Pflanze als le­bens­wich­ti­ges Grund­nah­rungs­mit­tel. Die Pflanzenart gehört zu den Gänsefüßen, ist anspruchslos und kann bis 4.200 m Höhe gedeihen. Sie erzeugt kleine Nüsschen, die sehr nährstoffreich sind.

In Europa ist Quinoa seit dem 20. Jahrhundert bekannt. Die Bedeutung der Pflanze für die Welternährung ist so groß, dass UN-Generalsekretär Ban Ki-moon 2013 das Jahr der Quinoa ausrief. Nicht nur die sehr gesunden Nährstoffe, sondern auch die Widerstandsfähigkeit und die große Nachfrage aus Europa machen Qui­noa für die exportierenden Länder so bedeutsam. "Quinoa is a strategic product for food security and a great export opportunity" (The Bolivian Government, Ley De La Revolución Productiva Comunitaria Agropecuaria)

Die Sträucher können zwei Meter hoch wachsen und sind dabei sehr ro­bust. Sie ertragen ex­tre­me Wit­te­rungs­be­din­gun­gen ebenso wie schlech­te Böden. Diese Widerstandsfähigkeit soll sich auf diejenigen Menschen übertragen, die Qui­noa re­gel­mäßig ver­zehren. Überraschenderweise soll die Pflanzengattung aus Nordamerika stammen und sich von dort vor vermutlich 10.000 bis 6.000 Jahren nach Südamerika ausgebreitet haben. Die ersten Indios, die Quinoa kultivierten, lebten vermutlich auf dem heutigen Staatsgebiet von Kolumbien. Maßgeblich waren die Inkas an der Ausbreitung beteiligt, es gab aber auch andere Indiovölker, welche Quinoa als Nahrungspflanze entdeckten. Die spanischen Eroberer wiederum unterbanden diese Agrarkultur, weshalb Europäer erst sehr spät auf diese bedeutende Nährstoffquelle stießen.

Quinoa als perfektes Grundnahrungsmittel

Quinoa Vorteile

Quinoa gilt nicht grundlos als Superfood

Allein wegen des voll­stän­di­gen Ami­no­säu­ren­spek­trums kann Quinoa Ve­ga­nern wärmstens emp­foh­len. Deren Spei­se­plan kann relativ arm an Proteinen sein, be­son­ders dann, wenn diese Menschen grüne Blatt­ge­mü­se meiden. Allerdings gehen die ernährungstechnischen Vorteile von Qui­noa weit über diese Empfehlung hinaus. Praktisch jeder Mensch dürfte von dieser Pflanze profitieren. Diejenigen unter uns, die sich im landläufigen Sinne "nor­mal" er­näh­ren, sind oft häu­fi­ger von Vit­amin- und Mi­ne­ral­stoff­man­gel betroffen als Ve­ga­ner, denn Letztere achten prinzipiell schon auf eine vi­tal­stoff­rei­che und gesunde Er­näh­rung.

Nährstoff Menge
Kalorien 369 Kcal
Fettgehalt
6 g
Eiweiß
12 g
Kohlenhydrate
62 g

Enthalten sind in Quinoa viel pflanz­li­ches Ei­weiß, es­sen­zi­el­le Vit­ami­ne, Nährstoffe und Mi­ne­ra­li­en. Der Kalziumgehalt liegt über dem von Wei­zen oder Rog­gen, der Eisengehalt ist gegenüber herkömmlichen Getreiden sogar um 100 %, der Gehalt an Vit­amin E um 50 % erhöht. Auch Man­gan und Kup­fer sind reichlich enthalten. Diese beiden Mi­ne­ra­li­en schützen die Mi­to­chon­dri­en vor schäd­li­chen Oxi­da­ti­ons­pro­zes­sen durch die Ak­ti­vie­rung eines En­zyms. Freie Radikale können dadurch nicht die roten Blut­kör­per­chen angreifen. Mangan fördert den effizienten Abbau von Koh­len­hy­dra­ten und unterstützt die Regeneration der Knochen. Als Pseudogetreide ist Quinoa bei Getreideunverträglichkeiten ein alternatives Nahrungsmittel zu herkömmlichen Getreideprodukten. Gluten ist nicht enthalten, Qui­noa passt in jedes Müsli. Auch als Ge­mü­se, Sa­la­t und Beilage ist die Pflanze gut geeignet.

100 Gramm Quinoa enthalten circa 7 Gramm Ballaststoffe und 1,4 Gramm Mineralstoffe. Cholesterin ist nicht enthalten.

Gesundheitliche Wirkungen von Quinoa

Die folgenden Wirkungen werden verschiedentlich publiziert, gemäß Health Claims Verordnung können wir sie nicht zusichern. Bei Migräne unterstützt das in Quinoa enthaltene Ma­gne­si­um die Entspannung der Blutgefäße. Der Magnesiumanteil liegt 70 % über dem Anteil in Wei­zen und Rog­gen. Die Entspannung beendet die Ge­fäß­ver­en­gung, die ein Auslöser für Mi­grä­ne ist. Das Nachlassen der Schmerz­at­ta­cken basiert auch auf dem in Quinoa enthaltenen Ribof­la­vin (Vit­amin B2), das die Energieproduktion in den Zellen verbessert. Der Riboflavin-Anteil in Qui­noa übertrifft den in Wei­zen und Hafer um 100 %. Zudem ist viel Tryp­to­phan enthalten. Diese Ami­no­säu­re ist an der Se­ro­to­ninproduktion beteiligt, die wiederum De­pres­sio­nen und Schwer­mut vorbeugt. Vor allem die Kombination von Qui­noa und Ama­ranth hat sich in dieser Hinsicht als sehr hilfreich erwiesen. Das in Quinoa enthaltene Lysin könnte Krebserkrankungen vorbeugen. Es re­pa­riert zer­stör­tes Bin­de­ge­we­be, auch können es die Krebszellen nicht auflösen. Viel Lysin könnte die Metastasenbildung aufhalten. Ebenfalls hemmt Lysin ar­te­rio­skle­ro­ti­sche, allergische und ent­zünd­li­che Pro­zes­se. Can­di­da-Pil­zen entzieht Quinoa offensichtlich die Le­bens­grund­la­ge, weil sein gly­kämi­scher Index sehr nied­rig ist. Das bedeutet, dass die enthaltenen Koh­len­hy­dra­te nur geringfügig in Zucker umgewandelt werden. Daher hilft Qui­noa dabei, Blut­zu­cker- und Ge­wichts­pro­ble­me zu bekämp­fen.

Quinoa in der Küche

Quinoa-Sorten: rot, weiß und schwarz

Quinoa gibt es in drei verschiedenen Sorten

Das Pseudogetreide Qui­noa wird ähnlich wie echtes Ge­trei­de zubereitet und verzehrt. Dabei kommt es für zehn Minuten ins heiße Wasser, anschließend soll es noch einmal zehn Minuten lang nachquellen. Zu lange soll Quinoa nicht kochen, es wird dabei zu weich und verliert seinen Geschmack. Dieser ist nus­si­g und entfaltet sich besonders in Kombination mit Leinöl oder hoch­wer­ti­ger Bio-But­ter und etwas Stein­salz. Ge­gar­ter Brok­ko­li oder ge­wür­fel­te Avo­ca­do passen hervorragend dazu. Zur Auswahl stehen drei verschiedene Sorten, die sich farblich leicht auseinanderhalten lassen.

Am bekanntesten ist die weiße Quinoa-Sorte. Geschmacklich geht es in Richtung eher mild und nussig, während die schwarze Quinoa intensiv nussig schmeckt und etwas bissfester ist. Die rote Sorte ist optisch ein echter Hingucker und kann sehr gut als Beilage verwendet werden. Grundsätzlich kann Quinio auch roh gegessen werden. Das Pseudogetreide muss vor der Zubereitung oder dem rohen Verzehr gründlich unter fließen­dem Was­ser abgespült werden. Andernfalls können die bitter schmeckenden Saponine (vom lateinische Wort Sapo für Seife) den Geschmack verderben. Wem das zu aufwendig ist, der sollte zu Canihua, der sogenannten Baby-Quinoa, greifen.

Durch Schroten und Einweichen eignet sich das Quinoakorn für Frischkorn-Müs­lis, es lässt sich auch rösten und dann in einen Salat oder ein Müsli geben.

Hinweis: Die in diesem Dokument enthaltenen Angaben dienen lediglich der allgemeinen Information und können eine ärztliche Beratung oder die Behandlung durch entsprechend ausgebildete Ärzte nicht ersetzen.


Weitere Artikel rund um Pseudogetreide:

vegan

Canihua von Schnitzer

Naturacereal Quinoa, weiß (1 x 1000 g) - vegan, glutenfrei und auch als Rohkost verwendbar

Jetzt bei Amazon.de bestellen.

vegan

Canihua von Schnitzer

Naturacereal Quinoa, weiß (1 x 1000 g) - vegan, glutenfrei und auch als Rohkost verwendbar

Jetzt bei Amazon.de bestellen.